Die genauen Regeln der Namensgebung wurden von der Meteoritical Society, einer internationalen Fachgesellschaft, aufgestellt. Demnach werden Meteorite nach ihrem Fundort (Ort, Fluss etc.) benannt. Bei Orten, an denen sehr viele Meteorite gefunden werden, wie z. B. einigen Gebieten in der Sahara, wird eine laufende Nummer angehängt (beispielsweise DaG 262 von Dar al Gani). Bei Meteoriten, die in der Antarktis gefunden werden, werden an den Namen die Jahreszahl und eine laufende Nummer angehängt. Beispielsweise bezeichnet ALH 76008 den achten Meteoriten, der im Jahre 1976 im Alan Hills Gebiet in der Antarktis aufgesammelt wurde. Der Marsmeteorit ALH 84001, bekannt geworden durch die angeblichen Spuren fossiler Bakterien, war demnach der erste im Jahre 1984 aufgelesene Meteorit in diesem Gebiet.

Einteilung und Benennung von Meteoriten

 

 

 

 

 

Meteorite werden in undifferenzierte und differenzierte Meteorite unterteilt.

Alle undifferenzierten Meteorite enthalten die älteste und erste Materie,

die in unserem Sonnensystem entstand.

Diese Meteorite werden auch Chondrite genannt. 

 

Chondrite sind bei weitem die häufigsten gefundenen Meteorite.

Die differenzierten Meteorite stammen von Asteroiden, die wie die Erde in einen Kern und Mantel differenzierten.

Zu ihnen gehören deshalb sowohl Stein- als auch Eisen-Meteorite.

Die Stein-Meteorite stammen aus dem Mantel und die Eisen-Meteorite

aus dem Kern der Asteroiden.

Außerdem gehören die Stein-Eisen-Meteorite zu den differenzierten;

diese stammen aus dem Übergangsbereiche zwischen Kern und Mantel.

Die Eisen-Meteorite bestehen überwiegend aus einer Eisen-Nickel-Legierung. Die Stein-Meteorite von differenzierten Asteroiden werden auch Achondrite genannt.

 

Je nachdem, ob der Fall eines Meteoriten beobachtet wurde oder ob der Meteorit bereits früher unbeobachtet gefallen ist und nur gefunden wurde,

wird ein Meteorit als "Fall" oder "Fund" eingeteilt.

Neben der chemischen und petrologischen Klassifizierung werden Meteoritenfunde auch nach dem Grad der Verwitterung seit ihrem Auftreffen auf der Erdoberfläche in die Verwitterungsklassen eingeteilt. 

 

Meteorite können auch eine Metamorphose durch ein Schockereignis,

z. B. während des Losschlagens vom Mutterkörper, erlitten haben.

Dies wird durch Einteilen in die Schockklassen beschrieben.

 

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Widmanstättenschen Figuren

Foto: Marc Wiekhorst

Im Einzelfall kann die Entscheidung, ob ein gefundenes Gesteinsstück tatsächlich ein Meteorit ist, nur vom Fachmann beurteilt werden.

 

Im Falle von metallischen Meteoriten bedient er sich dazu beispielsweise der Widmanstättenschen Figuren.

Sie entstehen, wenn man einen Eisenmeteoriten auftrennt,

die Schnittflächen poliert und dann mit einer Säure, zum Beispiel verdünnter Salpetersäure, anätzt.

Es erscheinen dann die charakteristischen Kristallstrukturen des Metalls, eben die Widmanstätten-Figuren, die nur in Meteoriten auftreten.

Es gibt allerdings auch Eisenmeteoriten, die keine Widmanstätten-Figuren zeigen; ihr Nichtvorhandensein schließt einen Meteoriten also nicht aus.

 

Ein weitere Möglichkeit, ein gefundenes Eisenstück als Meteorit zu identifizieren, ist ein Nickeltest, da alle Eisenmeteorite mindestens

4 % Nickel enthalten.

 

Ein Indiz für einen Steinmeteoriten kann das Vorhandensein einer schwarzen Schmelzkruste sowie kleiner Kügelchen (Chondren) sein.

Mit einem Magneten kann man ein gefundenes Steinstück auch auf Magnetismus testen, da Chondrite wegen den in ihnen vorhandenen kleinen metallischen Eisenteilchen magnetisch sind.

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