Sternentstehung im Kreissaal

February 4, 2016

Die Entstehung von Sternen in Kugelsternhaufen verläuft komplexer, als bislang angenommen. Darauf deuten Beobachtungen junger Kugelsternhaufen in den Magellanschen Wolken durch ein Forscherteam aus China und den USA. Die Messungen mit dem Weltraumteleskop Hubble zeigen in den Sternenansammlungen nicht eine, sondern jeweils zwei oder gar drei unterschiedliche Generationen von Sternen. Vermutlich nehmen die Kugelsternhaufen frisches Gas aus der umgebenden Galaxie auf, aus der sich dann die nächste Sternengeneration bilden kann,

so die Wissenschaftler im Fachblatt „Nature“.

 

Unsere Untersuchung liefert neue Erkenntnisse zum Problem der mehrfachen Sternengenerationen in Kugelsternhaufen.

Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass das Gas für nachfolgende Sternengenerationen von außen in den Haufen kommt, und nicht aus dem Haufen selbst stammt.

 

Kugelsternhaufen sind kompakte, kugelförmige Ansammlungen von Hunderttausenden bis zu Millionen von Sternen. Jede Galaxie ist von vielen solcher Haufen umgeben, unsere Milchstraße besitzt etwa 150. Die meisten sind sehr alt: 10 bis 13 Milliarden Jahre, also ähnlich alt wie die Galaxis. Ursprünglich gingen die Himmelsforscher davon aus, dass alle Sterne eines solchen Haufens nahezu gleichzeitig entstehen. Doch genauere Untersuchungen zeigten bei vielen Haufen Sterne einer zweiten oder gar dritten, jüngeren Generation. Die vorherrschende Erklärung für diese Nachzügler ist, dass sie sich aus Gas gebildet haben, welches von massereichen Sternen im Kugelsternhaufen am Ende ihrer Entwicklung ausgestoßen wurde. Allerdings besitzen nur die allergrößten Kugelsternhaufen ausreichend viele massereiche Sterne für ein solches Szenario.

 

Wie ist dieses Problem zu lösen? Aufschluss könnte die Untersuchung jüngerer Kugelsternhaufen geben. Solche gibt es beispielsweise in den Magellanschen Wolken, Satelliten-Galaxien unserer Milchstraße. Mit dem Weltraumteleskop Hubble beobachtete das Team die Haufen NGC 1783 und 1696 in der Großen Magellanschen Wolke, sowie NGC 411 in der Kleinen Magellanschen Wolke. Trotz ihres astronomisch gesehen jungen Alters von ein bis zwei Milliarden Jahren zeigen zwei der Haufen eine weitere, einer sogar zwei weitere Sternengenerationen.

 

Aufgrund des geringen Alters kommen massereiche Sterne als Gaslieferant hier nicht infrage. Li und seine Kollegen folgern, dass Gas müsse von außen aus der umgebenden Galaxie in die Haufen strömen. Ob sich dieses Modell allerdings auch auf alte Kugelsternhaufen übertragen lässt, ist noch unklar. Man wird der Frage mit weiteren Beobachtungen von Kugelsternhaufen unterschiedlichen Alters in den Magellanschen Wolken und auch in der Milchstraße nachgehen.

 

Der Orionnebel ist ein Emissionsnebel im Sternbild Orion. Dank seiner scheinbaren Helligkeit von 4,0 mag und seiner verhältnismäßig großen Ausdehnung am Himmelsgewölbe ist er mit bloßem Auge als Teil des Schwertes des Orion sichtbar.

Der Orionnebel ist eines der aktivsten Sternentstehungsgebiete in der galaktischen Nachbarschaft der Sonne. Die Entfernung von unserem Sonnensystem beträgt ca. 414 Parsec (1350 Lichtjahre),

der Durchmesser ca. 9 Parsec (30 Lichtjahre). Im Nebel ist ein Sternhaufen eingebettet.

Er ist ungefähr eine Million Jahre alt und wird sich, wie Computersimulationen zeigen,

voraussichtlich in einen offenen Sternhaufen entwickeln, der den Plejaden ähnlich ist.

 

 

 

 

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